Fachartikel zum Thema Fenster & Türen

4000 Jahre hinter Schloss und Riegel Eine kleine Menschheitsgeschichte der Sicherheitstechnik

Vom Fallriegelschloss zum Mikrochip

»Der mutige Held, vorzugsweise mit Lederjacke bekleidet, eine Peitsche in der rechten Hand, steht vor einer augenscheinlich undurchdringlichen Wand. Er schaut hier, drückt und probiert dort. Nun endlich hat er etwas entdeckt und seine Augen blitzen unter der weiten Krempe seines speckigen Hutes. Mit beiden Händen drückt er die vier verborgenen Knöpfe und mit einem leichten Klicken gibt eine Klappe das verdeckte Schlüsselloch frei. Als er den Schlüssel hineinsteckt und vorsichtig, langsam herumdreht, gerät die Szene plötzlich in Bewegung. Rauchschwaden ergießen sich in die unterirdische Kammer, blitzende Klingen schießen aus den Wänden.« Solche und ähnliche Szenen kennen wir aus fast jedem Abenteuerfilm.

Alte Tür, moderne Technik: Historische Türen nach modernen Sicherheitsanforderungen umgerüstet

Mit großer Wahrscheinlichkeit gibt es kein Bauteil eines Hauses, das so häufig in die Hand genommen wird wie eine Tür. Es ist so gut wie ausgeschlossen, dass wir nicht nur einmal, sondern mehrmals am Tage eine Tür in die Hand nehmen, sie öffnen und schließen. Aber obgleich wir sie jeden Tag nutzen, gehen wir doch häufig achtlos durch Türen hindurch und an ihnen vorbei. Andererseits prägen Außentüren (Haustüren) als Schmuckstück das Erscheinungsbild eines Hauseinganges. Und nicht von ungefähr ist die Haustür die Visitenkarte eines Hauses. Historische Türen sind bedeutende Dokumente handwerklicher Kunst und Entwicklung, die schon deshalb in unserer schnelllebigen Zeit erhalten bleiben sollten.

Anforderungen an Fenster im Baudenkmal

Die Sanierung von historischen Fenstern, der restauratorische Umgang mit historischer Fenstersubstanz, gilt innerhalb der Denkmalpflege als hohe Kunst und hehres Ziel gleichermaßen. Anspruchsvollstes Handwerk ist gefragt, breite Kenntnis von Konstruktion und Materialien ebenso. Kurz, dieser vornehmsten aller denkmalpflegerischen Fensterfragen gilt mit Recht unsere volle Aufmerksamkeit. Den Denkmalpfleger erfüllt es mit tief empfundenem Glück, sollte ihm eine solche Reparatur, eine Fensterrestaurierung, gelingen. Aber machen wir uns nichts vor, die Fensterrestaurierung ist alles andere als denkmalpflegerischer Alltag.

Aus der Sammlung historischer Bauteile – Schiebefenster aus der Pfalz

Nachdem das Landesamt für Denkmalpflege 1998 in den barocken Mainzer Erthaler Hof umgezogen ist, können nun erstmals die seit 1980 gesammelten historischen Bauteile angemessen präsentiert werden. Anlässlich des »Tages des offenen Denkmals«, der europaweit jährlich am zweiten Sonntag im September stattfindet, wurde 1999 eine erste Dauerausstellung aus dem Sammelgut mit beispielhaften Exponaten der wichtigsten Baudetails aufgebaut und entsprechend ihrer Entwicklung vorgestellt. Im Jahr 2003 wurde die Dauerausstellung noch einmal überarbeitet, präzisiert und vergrößert. Sie ist im Kellergewölbe in Vitrinen, Schränken und Regalen untergebracht. Nach Anmeldung ist sie dienstags und freitags zugänglich.

Beschläge in der Rekonstruktion von Bauelementen

Weder als Handwerker noch Restaurator noch Denkmalschützer oder Architekt, sondern als Kaufmann mit internationaler Erfahrung habe ich mich über die Geschäftsführung einer französischen Firma zum Hersteller von Beschlagreplikaten entwickelt. Im Rahmen meiner Tätigkeit für einen französischen Markenartikler habe ich in Frankreich zur Renovierung meines damals in Norddeutschland erworbenen Bauernhofes die breite Palette traditioneller Bauelemente entdeckt. Dort war Tradition, wie auch im übrigen Europa, durch das Kriegsende nicht – wie bei uns – untergegangen. Aus dem Eigenbedarf entwickelte sich eine Firma unter dem Motto »Traditionelle Bauelemente«, die Sprossenfenster, Füllungstüren, Baluster etc.

Bewahrung historischer Fenster aus technischen Gründen

Während historische Fenster auf Flohmärkten reges Käuferinteresse finden, gibt es nach wie vor eine starke Tendenz, diese Bauelemente aus ihren architekturgeschichtlichen Zusammenhängen zu entfernen und durch neue Serienfenster zu ersetzen. Dabei ist die überwiegende Mehrzahl der Altfenster durchaus noch in einem reparablen Zustand, und die formale Qualität der neuen Fenster bleibt weit hinter ihren Vorbildern zurück. Der immense Verlust baulicher Gestaltwerte geht einher mit einem noch gravierenderen Verlust geschichtlicher Qualität, wie unsere historischen Stadtquartiere vielfältig beweisen.

Das Fenster und die Lüftung - Anforderungen an die Lüftung

Die freie Lüftung dominiert nach wie vor in deutschen Wohnungen. Aus dem Blickwinkel moderner (dichter) Bauweisen ergeben sich im Neubau und nach Sanierungen neue Fragestellungen hinsichtlich der Lüftungswirksamkeit und energetischen Effizienz der freien Lüftung. Bauherren, Vermieter, Planer, aber auch die Nutzer müssen sich den gestiegenen Herausforderungen bewusst werden und stellen. Über alle Fachgrenzen hinweg wird der zunehmende Schimmelpilzbefall in Wohngebäuden beklagt. Eine aktuelle Umfrage lässt erstmals für Deutschland statistisch belastbare, quantitative Aussagen zu.1 Danach ist für fast jede zehnte Wohnung in Deutschland Schimmelpilzbefall zu konstatieren.

Denkmalpflegerische Aspekte bei Fensterkonstruktionen der 1950er Jahre

Das Jahrzehnt, kurz nach dem Ende des 2. Weltkriegs beginnend, hat eine charakteristische Architektur- und Designsprache hervorgebracht, die wir als Stil der 1950er Jahre bezeichnen. Dieser Stil ist abgeschlossen und liegt lange genug zurück. Er erfüllt damit die formalen Kriterien als Gegenstand denkmalpflegerischer Befassung. Dass dieser Zeitabschnitt denkmalrelevant ist, zeigt eine bereits 1990 durchgeführte Fachtagung in Hannover, auf der Ergebnisse von Bauforschung, Inventarisation sowie Probleme bei der baulichen Umsetzung denkmalpflegerischer Restaurierungen in zahlreichen Beispielen dargestellt wurden. Auf einer Exkursion im Verlauf der Tagung wurden dazu Siedlungen sowie Einzelgebäude besichtigt.

Der Fensterbeschlag: Die Entwicklung in der Form und in der Technik

Im Laufe des 17. Jahrhunderts setzen sich aufwendig gearbeitete, symmetrische Formen durch, die über drei Viertel der Streifenschenkellänge der Bänder und Eisen einnehmen können. Halskrausenähnliche Formen, kreisrunde Platten, Weitungen mit Absatz und Spitze stellen das Formenvokabular bis in das beginnende 18. Jahrhundert. Eingehauene Kerben oder Schuppenmuster betonen einzelne Bereiche (Abb. 9c). Buckel lassen bestimmte Elemente plastisch erscheinen, besonders bei Verzinnungen wirken diese dann im Lichtspiel als Höhung. Kleinere Bänder und Ziereisen können sich in der Zier auf einzelne der hier genannten Elemente beschränken.