Verbundfenster für Wohn- und Geschäftshaus von 1550 in Leipzig

Wie kaum eine andere Straße in Leipzig repräsentiert die Hainstraße eine für die Stadt charakteristische "Biosphäre". In der Hainstraße läßt sich Messegeschichte der vergangenen Jahrhunderte ablesen.Schon immer galt dieser Straßenzug als erste Geschäftsadresse, damals allerdings mehr als heute. Die Hainstraße war gleichermaßen Herberge und Arbeitsort großer Geister und Denker: der Buchdrucker Melchior Lotter, Luther und Melanchton, Schiller und Fontane und auch der russische Schriftsteller und Revolutionär Radischtschew lebten hier.

Das haus in der Hainstraße 8, in dem Radischtschew lebte, hat eine nachweisbare Geschichte, die in der Mitte des 16.Jhds beginnt.. In der "Anderschen Hauschronik" erscheint der aus Nürnberg kommende Anton Lotter 1542 als Käufer. 850 Taler mußte er für den Renaissancebau bezahlen. Es ist davon auszugehen, dass das Haus schon kurz darauf umgebaut wurde, was den um das vierfache gestiegenen Preis beim erneuten Verkauf nach nur wenigen Jahren erklären würde. im Jahre 1703 wurde das Haus abermals umgebaut - der damalige Besitzer erweiterte die Fassade durch einen reich verzierten Kastenerker, der über zwei Etagen reichte. nach weiteren acht Jahren wurde der Erker um eine Etage aufgestockt und prägt in dieser prächtigen Ausführung, die dem Bildhauer Johann Jacob Löbelt zugeschrieben wird, das Erscheinungsbild unverändert bis zum heutigen Tage. Seit der Mitte des 19.Jhds. geriet auch die Hainstraße 8 durch jahrzehntelange Vernachlässigung in einen kritischen Zustand. Nachdem das Haus jahrelang unbewohnt war und das Nachbargebäude bei seinem Einsturz 1994 die Dächer vom Hinterhaus und vom südlichen Seitentrakt sowie die oberen Etagen zerstörte, konnte die Geschichte der Hainstraße 8 in letzter Minute positiv weiter geschrieben werden. Ein neuer Hüter hat um 1999 in viel Umsicht und in enger Zusammen-arbeit mit der zuständigen Denkmalpflege bewahrt, was schon verloren schien. Mit einem für ein Bürgerhaus in Leipzig noch nicht erreichten Aufwand konnte das Haus gerettet werden. Die PaXClassic Verbundfenster sind teil des stimmigen Bildes.Durch das historisierende Fourcaultglas passen sich die "neuen" Fenster mit ihren lebendigen Glasflächen ideal in die Fassade ein, auch die Verwendung historisierender Beschlagtechnik in Form von Vorreibern und Knöpfen verhindert ein für die Renaissancezeit untypische Erscheinung mit "gekippten" Flügeln.

So ist das Betrachten der Fassade von der Hainstraße 8 wieder ein Genuß, der in den nächsten Jahrzehnten wieder zur Bedeutung der Straße im ursprünglichen Sinne beitragen wird. Für die den Einbau der PaX-Verbundfenster hat die Glaserei Schubert im Jahr 2000 den Bundespreis für Handwerk in der Denkmalpflege erhalten.

Ausstattung
Denkmalschutz
Besonderheiten
Rekonstruktion nach Vorlage Bundespreis Handwerk in der Denkmalpflege
Profil
Verbundfenster
Holzart
Kiefer
Adresse

04109 Leipzig
Deutschland

Jahr
1999