Repräsentationsgebäude im Stil des Neobarock mit PaXretro78 Fenstern in Leverkusen
Von Bier, B(r)aukosten und Kultur
Die Geschichte vom neobarocken Erholungshaus in Leverkusen ist bestens dokumentiert. Kein geringerer als Friedrich Bayer, der Sohn des Mitbegründers der Farbenfabriken Friedrich Bayer, somit der heutigen Bayer AG, hatte anlässlich seiner Silberhochzeit die Idee, ein Erholungshaus zu bauen. Am 08.10.1906 wurde der Antrag für den Bauschein gestellt und bereits zwei Jahre später, am 13.10.1908 wurde die Einweihung gefeiert. Die Gesamtkosten betrugen bei der Eröffnung 481.000 Mark. Das Erholungshaus sollte ausschließlich von Bayer-Mitarbeitern genutzt werden können und der monatliche Mitgliedsbeitrag, der zum Besuch berechtigte, war mit 10 Pfennig Arbeitnehmerfreundlich kalkuliert: Ein Glas Bier kostete zur selben Zeit 5 Pfennig. Umgerechnet auf das heutige, eher selten zu Grunde gelegte Bier-Baukostenverhältnis, würde der vergleichbare Neubau aktuell somit etwas über 40 Millionen Euro kosten. Aber zurück zur Geschichte. Am 21.10.1908 konnte bereits die erste Veranstaltung stattfinden, ein Lichtbildvortrag über „Leben und Streben unseres Grafen Zeppelin“. Ab 1936 konnte das Haus schließlich auch von Nicht-Bayer-Mitarbeitern und damit auch Nicht-Mitgliedern besucht werden. Zum 75-jährigen Firmenjubiläum der Firma Bayer wurde es umgebaut und bot nun eine Bestuhlung für 1500 Personen. Im zweiten Weltkrieg fielen sechs Brandbomben ins Gebäude, die jedoch durch ein schnelles Eingreifen der Feuerwehr keine allzu großen Schäden hinterließen. Im Gegensatz zu anderen vom Krieg getroffenen Spielstätten in Köln oder Düsseldorf, die in der Nachkriegszeit das Erholungshaus für eigene Aufführungen nutzen durften. Nach einem größeren Brand im Jahr 1975 wurden die Schäden wieder beseitigt und der Betrieb ging – nun deutlich modernisiert, 1977 weiter. Eine jüngste Sanierung war die der stilistisch nicht ganz passenden Nachkriegsfenster. Diese waren eine Schallschutzkonstruktion aus inneren Stahl– und äußeren Holzfenstern. Die neuen Schallschutz-Isolierglasfenster geben dem Gebäude wieder ursprüngliche Baukultur zurück. Das Bayer-Erholungshaus ist wegen bemerkenswerter Ausstellungen, Aufführungen oder schlicht einem Glas Bier in der Gastronomie immer ein Besuch wert.
Details zum Projekt
Leverkusen
Deutschland
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