PaXretro68 für Jahrhundertwendegebäude in Wiesbaden
Die beiden 1922 in Wiesbaden Biebrich errichteten Wohngebäude sind schon aufgrund der Auswahl der verwendeten Stilelemente auf den straßenseitigen Fassaden sehr sehenswert. Im Stil vom sogenannten Eklektizismus wurden verschiedene Baustile gekonnt sparsam zitiert oder übernommen und sorgen gerade im eigentlichen Widerspruch für eine spannende und in sich schlüssige Architektur. Eine Anmerkung zum Thema Eklektizismus: Der deutsche Architekt Fritz Schumacher (er war Mitbegründer des Deutschen Werkbundes) differenzierte den Eklektizismus als Entwurfsmethode: „Es gibt einen leichtsinnig-oberflächlichen und einen gewissenhaft-wissenschaftlichen Eklektizismus, es gibt einen Eklektizismus der Bequemlichkeit und einen der Überzeugung, einen Eklektizismus des Verstandes und einen des Gefühls.“ Wie auch immer, 2015/2016 stand eine umfangreichere Sanierung der Gebäude an. Um den Wohnwert zu erhöhen, erhielten die Häuser auf der Rückseite Balkone und die Fassaden, Dächer und Kellerdecken wurden gedämmt. Neben dem neuen Fassadenanstrich sorgen vor allem die neuen Fenster für eine erhebliche Verbesserung des Erscheinungsbildes. In den sechziger Jahren – es gab hier noch keinen funktionierenden Denkmalschutz - wurden nach dem damaligem Verständnis passende einfachverglaste Fenster eingesetzt. Diese jedoch als reine Funktionsbauteile ohne Binnenglierung und Zierprofile… die somit wie Löcher erschienen und die schmucken Fassaden erheblich beeinträchtigt haben. Kurzum: Bei der energetischen Sanierung 2015/2016 wurde dieser stilistische Fehlgriff durch das kluge und umsichtige Eingreifen der Denkmalbehörde wieder korrigiert. Nach fast 100 Jahren sind die Häuser eine wunderbare Erinnerung an die damalige Zeit, wirken dennoch wieder erfrischend und haben Charakter und Wohnwert. Es lebe die Denkmalpflege!
Details zum Projekt
Wiesbaden
Deutschland
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