PaXretro68 Eukalyptusfenster für Rathaus in Remscheid
Die alten Holzfenster im Rathaus Remscheid waren dringend sanierungsbedürftig und passten so gar nicht in das schmucke Gesamtbild. Erbaut von 1902 bis 1906, fällt das historische Rathaus schon alleine durch seine beeindruckende Gestalt und Größe auf. Das annähernd „U-förmige“ Gebäude weist eine Breite von 86 Metern auf, der die Stadtsilhouette prägende Rathausturm erreicht die stattliche Höhe von 58 Metern. 140 sprossierte Holzfenster gliedern die markante Natursteinfassade des denkmalgeschützten Rathauses. Die Fenster des im wilhelminischen Stil erbauten Gebäudes zeichnen sich durch ihre überaus große Formenvielfalt aus: Teilweise bestehe die Elemente aus bis zu sechs Einzelfenstern mit verschiedenen Bogenformen. Und es gab viele Änderungen im Laufe der Jahrzehnte: Von der Erbauung bis heute sind neben den Originalfenstern von 1905 weitere sieben Fenstererneuerungsphasen am Gebäude ablesbar. Vor Beginn der Sanierung der Holzfenster wurde zunächst eine sorgfältige Bestandsaufnahme durchgeführt. Ziel der Bestandsaufnahme war es, die Grundlage für eine energetische Sanierung der unterschiedlichen Fenster zu bilden.
Das auf Denkmalpflege und Altbauerhaltung spezialisierte und mit dem Bundespreis für Handwerk in der Denkmalpflege ausgezeichnete Architekturbüro Welke aus Remscheid stellte schnell fest, dass ein Großteil der stark angegriffenen Holzfenster nicht aus der Erbauungszeit stammten: Im Krieg wurde das Rathaus stark zerstört und beim Wiederaufbau in den 1950er Jahren wurden andere Materialien eingesetzt. Die Verwendung von Floatglas statt Ziehglas und die schlechtere Holzqualität ließen eine einfache Unterscheidung von Original- und Nachbaufenstern zu. Die erhaltenen Fenster waren zum größten Teil als Kastenfensterkonstruktion ausgeführt, was auch heute noch technisch überzeugend ist. Sie befanden sich in einem akzeptablen Zustand und konnten aufgearbeitet werden. Bei den Nachkriegsfenstern sah die Bilanz deutlich anders aus: Einfachverglaste Weichholzfenster in mäßigem Erhaltungszustand machten eine Sanierung mit energetischer Ertüchtigung schlichtweg unwirtschaftlich. So stimmte die zuständige Denkmalschutzbehörde – mit Amtssitz im Gebäude - der Erneuerung der Nachkriegsfenster zu. Dies jedoch unter zwei Auflagen: Die neuen Fenster müssen aus widerstandsfähigem Hartholz sein und in den Ansichtsbreiten sowie konstruktiven Details den bauzeitlichen Fenstern angeglichen werden. Um die neuen Fensterprofile beurteilen zu können, wurden maßstabsgerechte Schnittzeichnung angefertigt, die auch die Rekonstruktion der historischen Zierprofile erkennen ließen und dem Denkmalamt als Genehmigungsgrundlage diente. Das Ergebnis der Fenstersanierung, die in mehreren Bauabschnitten durchgeführt wurde, erfreut alle Beteiligte: Jetzt überzeugen die Fenster und das historischen Rathaus erstrahlt wieder in ursprünglichem Glanz.
Details zum Projekt
Remscheid
Deutschland
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