PaXretro68 aus Eukalyptus für Wohngebäude mit Gaststätte in Esslingen
Das im Jahre 1898 erbaute Neorenaissancegebäude besticht mit seiner reich verzierten Fassade in Form von zweifarbigen Backsteinverblendungen, Fenster-und Türenumrahmungen aus regionalem Maulbronner Sandstein, Renaissancemotiven wie Fächerrosette und Fenstergiebel und einem mehrgeschossigen Eckerker sowie den in „Esslinger Grün“ gehaltenen Fensterrahmen.
Dieses ehemals für den Gastwirt Karl Endriss erbaute Solitärgebäude sollte einer fachgerechten Restaurierung unterzogen werden. Lange Zeit beherbergte es neben Wohnungen eine Gaststätte unter dem historisch überlieferten Namen „Zum Hecht“ – dies ist heute noch an den Schriftzügen oberhalb der Erdgeschossfenster von beiden Straßenseiten zu erkennen. Inzwischen dient es ausschließlich als Wohnanwesen.
Trotz erheblichem Alter verbarg das Gebäude eine solide Bausubstanz mit bauzeitlicher Ausstattung: Wandtäfer, Treppenhaus mit den Wohnungseingangstüren, Innentüren und Dielenböden befanden sich ebenfalls in einem äußerst guten Zustand.
Die in den 1960ern fast ausschließlich eingebauten einflügeligen Verbundfenster bildeten jedoch dunkle Löcher in der Fassade. Glücklicherweise existierten noch drei bauzeitliche Fenster, welche nicht nur restauriert sondern auch als historische Vorlage zur Rekonstruktion herangezogen werden konnten: zwei befinden sich im Treppenhaus und eines in einer Erdgeschosswohnung. Insbesondere letzteres diente als Muster zur Nachbildung. Für die Zierprofile an Kämpfer und Sohlbank wurden mit einem speziellem Werkzeug, dem sogenannten Profilkamm, die Profile abgetastet und für die Nachfertigung spezielle Fräsmesser hergestellt. Die detailgetreue Nachbildung zusammen mit der Aufnahme der bauzeitlichen Fensterteilung gab so der Fassade wieder ihr ursprüngliches Gesicht.
Einen energetischen Zugewinn brachte eine Zweifachwärmeschutzverglasung. Das als Vorlage dienende historische Fenster wurde, weil es nur über eine Einfachverglasung verfügte, durch eine innen vorgesetzte Fensterebene zum Kastenfenster erweitert.
Ziel der Sanierung war dreierlei: Neben der Instandsetzung des Gebäudes mit Dachneueindeckung und Erneuerung von Verblechungen, sollte nicht nur die Schaffung von hochwertigem Wohnraum in den Bestandswohnungen, dem Ausbau des Dachgeschosses zu zwei Wohnungen mit dem besonderem Highlight einer geräumigen Dachterrasse inklusive einladender Treppe zum Verweilen im Mittelpunkt stehen, sondern auch eine Aufwertung der Fassade erfolgen.
Zur Verschattung auf den beiden Gebäuderückseiten dienen, wie ursprünglich schon vorhanden, hölzerne Fensterläden, welche in die noch erhaltenen Fensterfutter einschlagen. Im Erdgeschoss kamen bauzeitlich typische Holzrollläden sowie in den anderen Geschossen außen sitzende Jalousien zum Einsatz, welche über elektrische Antriebe verfügen, und über denen verzierte Jalousienbleche befestigt sind.
Details zum Projekt
Esslingen
Deutschland
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