PaXretro58 Fenster aus Kiefer in ehemaligem Rathaus in Lindau aus 1710
Juchhu, es geht auch ohne Kippen! Und das ist gut für das denkmalgerechte Erscheinungsbild. Aber der Reihe nach: Das neue Rathaus (neu ist hier relativ, es wurde von 1707 bis 1716 erbaut, steht aber neben dem „alten“ Rathaus, was von 1422 bis 1436 erbaut wurde) hatte bis 2014 ein Sammelsurium verschiedener Fensterkonstruktionen. Einfachfenster aus dem Ende des 19 Jhds., Verbundfenster aus dem vergangenen Jahrhundert sowie in den äußeren Sandsteinfalz eingehangene, auswärts öffnende Wintervorfenster. Und die Wintervorfenster waren das Problem. Diese degradierten die zahlreichen Blendläden am Gebäude zur reinen Dekoration (versucht mal bei auswärts öffnenden Fenster Läden zu schließen - das funktioniert wenn überhaupt nur durch Kurbelgetriebe, die durch die Mauer verlaufen). Da die Nutzung der Blendläden aber durchaus gewünscht war, entschied man sich (Architekten, Denkmalamt, Eigentümer) für den Austausch* der alten Fenster und rekonstruierte die ältesten Fenster in Bezug auf Zierprofile und Ansichtsbreiten als Isolierglasfenster. Da das Gebäude über sehr dicke Wände und nennenswerte Fensterflächen verfügt, machte hier der Wunsch nach einem guten Fenster-Wärmedämmwert Sinn. Allerdings – und das ist bemerkenswert – wurden unauffällig und filigrane Falzlüfter eingesetzt, um eine Zugluftfreie Mindestluftwechselrate in den Räumen zu erzielen. Und – das ist noch bemerkenswerter und sinnvoll – die im neuen Beschlag enthaltene Dreh-Kipp-Funktion wurde bewusst stillgelegt. So dass keine gekippten Flügel das Erscheinungsbild vom Gebäude stören! *Ach ja, erfreulicherweise konnte die Denkmalpflege auch zwei der ältesten Fenster retten. Diese wurde sorgfältig restauriert und wieder im Gebäude eingesetzt. Die Maßnahme wurde von den Nutzern gut angenommen, das Raumklima ist gut, der Energieverbrauch könnte reduziert werden und die Fensterläden sind wieder fleißig in Gebrauch.
Details zum Projekt
Lindau
Deutschland
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