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Kastenfenster für das Frommansche Haus in Jena

Einen besonderen, inspirierenden Reiz übt die geschichtsmächtige Vergangenheit des Frommannschen Anwesens auf die Jenaer Geisteswissenschaftler aus.

Kastenfenster für das Frommansche Haus in Jena

Einen besonderen, inspirierenden Reiz übt die geschichtsmächtige Vergangenheit des Frommannschen Anwesens auf die Jenaer Geisteswissenschaftler aus. Denn hier initiierte der bedeutende Verleger und Buchhändler Carl Friedrich Ernst Frommann (1765-1837) einen literarischen und philosophischen Zirkel ersten Ranges. Johann Wolfgang Goethe etwa, ein vertrauter Freund des Hauses, der zu den häufigen Gästen der Frommannschen Teestunde zählte, empfahl Johann Peter Eckermann: "Es wird Ihnen in diesem Kreise gefallen, ich habe dort schöne Abende verlebt. Auch Jean Paul, Tieck, die Schlegel, und was in Deutschland sonst Namen hat, ist dort gewesen und hat dort gerne verkehrt."

Zu dieser illustren Runde des klassisch-romantischen Geisteslebens gehörten ebenso der Komponist Karl Friedrich Zelter, die idealistischen Philosophen Johann Gottlieb Fichte und Friedrich Wilhelm Joseph Schelling, und als im Oktober 1806 die Schlacht bei Jena gegen die Napoleonischen Invasoren tobte, flüchtete sich der Philosoph Georg Friedrich Wilhelm Hegel, lediglich das fertige Manuskript seiner "Phänomenologie des Geistes" im Gepäck, ins Frommannsche Haus. Frommanns Sohn Friedrich Johann, der spätere Mitbegründer des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, erinnerte sich an frühe Lateinstunden: "Ich bin gewissermaßen einer von Hegels ersten Schülern, denn er nahm mich einmal zwischen seine Knie und ließ mich 'mensa' deklinieren."

Die wechselvolle Baugeschichte des Frommannschen Anwesens geht bis ins Mittelalter zurück. Der mehrfach umgebaute Hauptflügel wurde im 19. Jahrhundert um Torhaus und Zenkersches Haus ergänzt. Anfang des 20. Jahrhunderts kamen die Häuser Nr. 14 und 16 hinzu. In der DDR-Zeit wurde das kunsthistorisch wertvolle Ensemble für Wohnungen genutzt, nach der Wende erhielten es 1992 die ehemaligen Eigentümer zurück, von denen es 1994 der Freistaat Thüringen für seine Landesuniversität erwarb.

Details zum Projekt
Ausführungsjahr:
1998
Ort:

Jena
Deutschland

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