Fugger-Schlösser in Weissenhorn mit PaXretro58 aus Eiche
Der reiche Jakob Fugger ließ 1513/14 ein repräsentativen, dreigeschossigen Satteldachbau mit Treppenturm im Nordosten errichten. Aufgrund seiner unmittelbaren Nähe zur alten Neuffenschloss wurde der Fuggerbau im Volksmund als das „neue Schloss“ bezeichnet. Fugger hatte kurz nach Fertigstellung großes Glück, dass die Weißenhorner Bürger das neue Schloss gegen die Bauernaufstände, die sich 1525 gegen ihn richteten, erfolgreich verteidigen konnten ( - woraufhin die aufgebrachte Landbevölkerung über das nahe Kloster Roggenburg herfiel).
Knapp 200 Jahre später, um 1730 wurde das Schloss „barockisiert“, wie die Änderungen an der Fassade noch heute anschaulich zeigen. Das alte Schloss und das neue Schloss wurden zu dieser Zeit mit einem dreigeschossigen Satteldachbau verbunden. Die Anlage, seit vielen Jahrzehnten im Besitz der Stadt war in die Jahre gekommen und stark sanierungsbedürftig. Ein renommiertes Architekturbüro nahm den Auftrag an und sanierte die miteinander verbundenen Gebäude fast 2,5 Jahre unter den kritischen Augen der Denkmalpflege umfangreich. Dabei waren auch die Fenster ein Thema. Hier wurde - um die unterschiedlichen Gebäude wieder erkennbar zu gestalten – verschieden Teilungen, Zierprofile und Farben verwendet. Die Besonderheit liegt in den für diese Zeit typischen Karniesbleisprossen, die auch noch bei wenigen historischen Fenstern als Vorlage dienten. Und wenn schon Karniesblei und der Wille, möglichst denkmalgerecht zu reproduzieren, dann ist auch technisch perfektes, modernes Floatglas fehl am Platze. Insofern wurde hier – neben den für die Region typischen tiefen Fensterrahmen – auch ein adäquates Restaurierungsglas mit „lebendiger, unruhiger“ Glasoberfläche verwendet. Auch die für Teile Süddeutschlands markante, aufwendig gemalte Lüftlmalerei (Illusionsmalerei) trägt zum beeindruckenden Sanierungsergebnis bei.
Seit Herbst 2013 ist die Gesamtanlage das neue Verwaltungs- und Bürgerzentrum der Stadt.
Details zum Projekt
Weißenhorn
Deutschland
Weitere Referenzen
Kunststoff-Aluminium-Fenster für Neubau in Markt Taschendorf
Denkmalgerechte Holzfenster für Wohnhaus mit Ensembleschutz