Backsteingebäude im Stil der "Neuen Sachlichkeit"
Der Klinkerbau mit dem ebenso sparsam wie gekonnt eingesetzten Ziermauerwerk wurde 1931 von dem renommierten Architekt Klaus Groth für den damaligen Landrat von Pinneberg gebaut. Groth, der als Mitglied im Bund Deutscher Architekten ab 1920 über 800 Gebäude im Kreis Pinneberg entworfen hat, zählte mit seinen Gebäuden ab Mitte 1920 zu den Architekten des Neuen Bauens. Das wunderbar sachliche Gebäude, dem man sein Alter von 90 Jahren nun wirklich nicht ansehen kann, musste sich im letzten Viertel des vergangenen Jahrhunderts den Austausch der feingliederigen historischen Holzfenster gegen unpassende Neubau-Kunststofffenster gefallen lassen. Anfang 2015 plante der neue Besitzer den Austausch der PVC-Fenster und setzte sich via Architekt mit der zuständigen Denkmalbehörde in Verbindung. Es wundert nicht, dass das Landesdenkmalamt sehr darauf aus war, hier wieder die ursprüngliche, strenge und doch leichte Fensterprofilierung durchzusetzen. So hieß es seitens der Behörde, „dass klobige IV68 Normalprofile mit den Anforderungen an denkmalgerechte Fenster und mit der gewünschten steuerlichen Förderung nicht vereinbar sind“. Und in der Schlußfolge: „Bei einem Architektenhaus der 1920er / 1930er Jahre kommt den schlanken historischen Fensterprofilen… erhebliche Bedeutung zu. Wenn steuerliche Subventionen in Anspruch genommen werden sollen, ist hierbei annähernd das denkmalpflegerisch mögliche Optimum zu erzielen“. Dieses Optimum stellten letztlich schmale PaX-Isolierglasfenster mit reduzierten 58mm- Blendrahmen, Sicherheitsverglasung und Sicherheitsbeschlägen dar. Das Denkmalamt erteilte die Genehmigung und ein regionaler Tischler montierte die neuen Fenster fachgerecht im Gebäude. Heute sind die PVC-Sünden Vergangenheit und die neuen, historisierenden Fenster fügen sich stimmig in die Architektur ein, ganz im Sinne von Architekt Groth.
Details zum Projekt
Pinneberg
Deutschland
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