Neue Kriminalstatistik: Weniger Straftaten, aber mehr Einbrüche

Bundesinnenminister Dr. Thomas de Maizière und der Vorsitzende der Ständigen Konferenz der Innenminister und –senatoren der Länder, Nordrhein-Westfalens Innenminister Ralf Jäger, haben heute in Berlin die Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) für das Jahr 2013 vorgestellt. Wie bereits in den beiden Vorjahren hat die Polizei auch 2013 weniger als sechs Millionen Straftaten registriert. Im Jahr 2013 wurden 5.961.662 Straftaten gezählt, ein Wert geringfügig unter dem des Vorjahres (2012: 5.997.040 Straftaten). Die Aufklärungsquote liegt mit einem Wert von 54,5% auf dem Niveau des Vorjahres 2012 (54,4%).

Besorgniserregend ist der erneute Anstieg der Wohnungseinbruchsdiebstähle (um 3,7% auf 149.500 Fälle). Gleichzeitig ist die Aufklärungsquote mit durchschnittlich 15,5% gering. Wohnungseinbruchskriminalität ist in erster Linie ein Großstadtphänomen, in ländlichen Bereichen sind die Fallzahlen deutlich niedriger. So sind bezogen auf die Bevölkerung die Stadtstaaten und die großstädtischen Räume sowie die Regionen entlang der Autobahnen betroffen. Die Grenzgebiete zu Polen, Tschechien, den Niederlanden und Frankreich sind weniger betroffen als die Großstädte.

Beim Wohnungseinbruchsdiebstahl hat die Polizei zunehmend mit länderübergreifend organisierten Banden aus Ost- und Südosteuropa zu tun. Sie begehen bundesweit eine Vielzahl von Einbrüchen und Diebstählen. "Die Sicherheitsbehörden von Bund und Ländern sollen deshalb noch umfassender zusammenarbeiten. Der Informationsaustausch muss noch enger werden", betonte NRW-Innenminister Jäger. "Wir Innenminister arbeiten daher an der Entwicklung eines bundesweit abgestimmten Konzeptes zur Bekämpfung mobiler Einbrecherbanden."

Bundesinnenminister Dr. de Maizière hierzu: "Die intensive Zusammenarbeit der Sicherheitsbehörden von Bund, Ländern und Nachbarstaaten ist mir ein besonderes Anliegen und zentraler Inhalt meiner Gespräche mit meinen Kollegen der Bundesländer als auch mit meinen Kollegen aus Frankreich, Polen, der Tschechischen Republik und den Niederlanden."

NRW-Innenminister Jäger forderte eine deutliche Ausweitung der Kriminalprävention. "Wir müssen alles unternehmen, damit Menschen nicht zu Opfern werden. Prävention hat darüber hinaus den positiven Effekt, dass weniger Menschen zu Tätern werden. Das erspart dem Staat Milliarden und vielen Menschen traumatische Erlebnisse."

 

Dateien

Datum

04.06.2014 - 13:11