Hessischer Denkmalschutzpreis 2013: Ausgezeichnetes Schloss mit PaX-Fenstern

"Angesichts der radikalen Veränderung aller Lebensbereiche durch die neuen Medien setzen die Menschen heute mehr denn je auf bleibende Werte und Traditionen." Das hat der Staatssekretär im Hessischen Justizministerium, Dr. Rudolf Kriszeleit, bei der Verleihung des Hessischen Denkmalschutzpreises 2013 hervorgehoben. „Kulturdenkmäler vermitteln Kontinuität und Beständigkeit, wir alle schätzen die besondere Atmosphäre beispielsweise von historischen Ortskernen", sagte er bei der Feier in der Aula der Wetzlarer Musikschule in Vertretung der Hessischen Ministerin für Wissenschaft und Kunst, Eva Kühne-Hörmann.

Gemeinsam mit dem Geschäftsführer der Lotterie-Treuhandgesellschaft mbH Hessen, Dr. Heinz-Georg Sundermann, und dem Präsidenten des Landesamts für Denkmalpflege Hessen, Prof. Dr. Gerd Weiß, zeichnete der Staatssekretär die Gewinner aus.

Die Jury hatte aus 30 Vorschlägen acht Preisträger ausgewählt. Privatpersonen und die Magistrate der Städte Lauterbach und Wetzlar. Der von der Lotterie-Treuhandgesellschaft gestiftete Preis wird seit 1986 vergeben und ist mit insgesamt 20.000 Euro dotiert. Ausgezeichnet werden vorbildliche Leistungen mit überregionaler Bedeutung auf den Gebieten der archäologischen Denkmalpflege, der Bau- und Kunstdenkmalpflege und der Gartendenkmalpflege.

Unter den Preisträgern befindet sich aus das "Bassenheimer Schloss", das die Eheleute Eschweiler in fünfjähriger Arbeit von Grund auf restauriert haben. In der Preisurkunde werden die Arbeiten umrissen: "Fachfirmen beseitigten den Hausschwamm, das historische Lastabtragungssystem wurde wieder hergestellt, das Dach saniert, die Schieferdeckung erneuert, die Fenster restauriert und die Böden repariert." Bei den Fenstern stimmt diese Beschreibung nicht ganz: PaXclassic eXperte Uwe Vöhringer hatte die Fenster ersetzen müssen und dabei auf historisierende Nachbauten von PaX gesetzt. Diese gleichen den bauzeitlichen Vorbildern allerdings bis ins Detail.

Dr. Fritz Struth, Vorstand der PaX AG, lobte das Urteil der Jury: "Wir freuen uns, dass ein PaXpartner den Umbau so fachkundig begleitet hat, dass damit für kommende Generationen ein Denkmal erhalten werden konnte. Herzlichen Glückwunsch den beteiligten Unternehmen."

Dr. Kriszeleit würdigte die Leistung der Eigentümer, die keine Mühen und Kosten gescheut hätten, um sich mit den besonderen Erfordernissen historischer Baumaterialien und jahrhundertealter Handwerkstechniken auseinanderzusetzen. „Denkmalpflege ist eine behutsame Art der Sanierung, die der Eigenart des Gebäudes Rechnung trägt, ohne seine Aussage als historisches Zeugnis zu schmälern. Sie alle haben in vorbildlicher Weise dazu beigetragen, dass historische Gebäude eine Zukunft haben", sagte der Staatssekretär und fügte hinzu, die Beispiele dokumentierten auch, dass Denkmalpflege keineswegs Entwicklung verhindere: „Sie ist vielmehr ein immer wichtiger werdender Standortfaktor für die touristische Erschließung gerade ländlicher Regionen."

Prof. Weiß nannte die Preisverleihung einen Höhepunkt des denkmalpflegerischen Alltags: „Im Umgang mit ihren Gebäuden haben die heute ausgezeichneten Denkmaleigentümer mit viel Idealismus, großer Sensibilität und bewundernswertem Engagement die Arbeit der Denkmalpflege vor Ort unterstützt und bereichert. Anders als im Neubau kann man mit natürlichen Materialien und einer kontinuierlichen Pflege sehr viel erreichen, um das Gebäude für die Zukunft zu sichern. In allen Fällen geht das Ergebnis weit über das von unseren Kollegen geforderte Maß hinaus. All diese Gebäude mit ihren liebevoll sanierten künstlerischen und baulichen Details sind ortsbildprägend und regen zum Nachahmen an. Mit dem Denkmalschutzpreis wollen wir zusammen mit der Lotterie-Treuhandgesellschaft mbH Hessen auch in Zukunft Maßstäbe setzen."

„Die Preisträger wollen wir im doppelten Sinn auszeichnen. Als Belohnung ihrer Leistung und als Ansporn für andere, es ihnen gleichzutun. Wir sind dankbar dafür, dass es Menschen gibt, die den Wert dieser Denkmale rechtzeitig erkannt haben. Das ist für uns alle ein Gewinn", hob Dr. Sundermann hervor.

Datum

05.07.2013 - 14:30