Bayerische Polizei testet Software für die Einbruch-Vorhersage

Die Polizei in Nürnberg und München testet die Prognosesoftware PRECOGS vom Institut für musterbasierte Prognosetechnik (IfmPt), um damit die Einbruchwahrscheinlichkeit vorher zu sagen. Bayern geht damit einen neuen Weg in der Verbrechensbekämpfung. Weltweit wird nach Ansätzen für das sogenannte predictive policing geforscht und evaluiert. In Zürich ist das System bereits im Regelbetrieb im Einsatz.

Kern der Technologie ist eine Software, die auf der Grundlage von tagesaktuellen Einbruchsdelikten Prognosen darüber abgibt, in welchen Gebieten in den kommenden Tagen mit weiteren Taten gerechnet werden kann. Einsatzkräfte der Polizei erhalten Kartenmaterial mit gefährdeten Zonen und können gezielte operative oder präventive Maßnahmen ergreifen. Die Analysearbeit, die bislang durch Ermittlungsbeamte weitestgehend manuell durchgeführt wurde, wird durch diese Methodik enorm erleichtert. So formuliert der verantwortliche Leiter der Fahndung/Straßenkriminalität: „Die unter der Woche täglich erstellten Prognosen sind bei der Bekämpfung/Verhinderung der Einbruchdiebstähle in Wohnungen ein sehr gutes Hilfsmittel. Bisher mussten wir durch zeitraubende Analysen den gezielten Einsatz der Präventionspatrouillen sowie unsere eigenen Fahndungsaktionen steuern. Die Prognosen erlauben uns nun, uns auf die genannten Folgedelikte zu konzentrieren. Die Zeitersparnis im Bereich Einbruchdiebstahl in Wohnungen ist für uns immens.“

Der organisatorische Prozess von automatischen Prognosesystemen im Tageseinsatz ist noch neu und nicht in heutigen Polizeibehörden etabliert. So muss neben dem Test der Software auch die innerbehördliche Prozesskette neu organisiert werden.

In der Schweiz sind die Erfahrung mit PRECOGS durchweg gut: „Die Software hilft uns, die Einsatzkräfte an die Orte zu disponieren, wo auch Einbrüche stattfinden“, sagte Christiane Lentjes, Chefin der Zürcher Kriminalpolizei, der schweizer Zeitschrift „BLICK“.

Die Methodik der tagesaktuellen Prognose birgt gleichzeitig die Möglichkeit zur Erfolgskontrolle. Schließlich lässt sich innerhalb von wenigen Tagen feststellen, ob das System richtig lag. Kam es in dem prognostizierten Gebiet zu weiteren Delikten, spricht das für die Qualität der abgegebenen Prognose.

Datum

13.11.2014 - 10:16